Das ist tatsächlich eine der Fragen, die mir in den vergangenen Jahren in der Paarberatung und auch im Einzelcoaching immer wieder gestellt wurde.
Und obwohl die Frage meistens auf den Partner bezogen ist, begegnet mir dieses Muster eigentlich in allen zwischenmenschlichen Beziehungen.
Wir erwarten von unserem Gegenüber Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit. Für uns ist es selbstverständlich, dass Menschen offen sagen sollten, was sie denken, fühlen oder brauchen.
Und genau deshalb verletzen (auch kleinere) Lügen so sehr.
Bevor jetzt aber direkt der Gedanke kommt:
“Ja, aber wenn die Lüge irgendwann herauskommt, ist das doch viel schlimmer.”
Ja. Absolut.
Das Problem ist nur, dass es für viele Menschen schlimmer war oder ist die Wahrheit zu sagen als mit den Konsequenzen einer Lüge zu leben, weil Ehrlichkeit sich für viele Menschen nie sicher angefühlt hat.
Viele Menschen haben schon in ihrer Kindheit gelernt, dass Ehrlichkeit unangenehme Konsequenzen haben kann. Vielleicht haben sie sich geöffnet und über etwas gesprochen, das sie verletzt hat. Und ihnen wurde nicht geglaubt. Vielleicht wurde ihr Empfinden abgesprochen.
“Das bildest du dir ein.”
“Das stimmt doch gar nicht.”
Natürlich nicht nur ein Mal sondern regelmäßig immer wieder. Oder sie haben erlebt, dass Bezugspersonen sehr wütend wurden, sobald sie ehrlich waren. Vielleicht gab es Strafen, Rückzug, Streit oder sogar Angst vor einem Beziehungsabbruch. Irgendwann entsteht daraus eine tief eingeübte Schutzstrategie:
Wenn ich ehrlich bin, bin ich nicht sicher.
Doch warum lügen Menschen dann lieber?
Wenn Wahrheit im eigenen Erleben mit Ärger, Ablehnung oder Konflikten verbunden ist, wirkt eine Lüge oft wie der einfachere Weg. Nehmen wir ein Beispiel. Jemand möchte sich eigentlich lieber mit Freunden treffen. Stattdessen sagt er: “Ich muss länger arbeiten.” Im ersten Moment fühlt sich die Wahrheit gefährlicher an als die Lüge.
Im Unterbewusstsein bedeutet Ehrlichkeit möglicherweise:
- Es gibt Streit.
- Mein Partner ist enttäuscht.
- Ich werde kritisiert.
- Ich werde abgelehnt.
Dann erscheint die Lüge kurzfristig sicherer, weil sie hilft den Konflikt zu vermeiden. Vorerst zumindest. Für jemanden, der in solchen Mustern aufgewachsen ist und gelernt hat, dass Ehrlichkeit „bestraft“ wird, ist es unglaublich schwer dieses Verhalten zu verändern.
Das bedeutet nicht, dass Lügen in Ordnung sind. Mir ist ganz wichtig:
Ich möchte Lügen nicht schönreden. Und ich möchte auch niemandem sagen, dass man das einfach akzeptieren muss. Lügen verletzen. Und Verständnis bedeutet nicht, Verhalten gutzuheißen.
Aber bevor wir etwas verändern können, müssen wir verstehen, warum ein Mensch überhaupt zu diesem Verhalten greift. Denn in den meisten Fällen lügt ein Mensch nicht, um andere zu verletzen. Er versucht in erster Linie, sich selbst zu schützen.
Die Frage, die ich in der Paarberatung stelle
An diesem Punkt richte ich den Blick vorsichtig auf den anderen Partner, um die Dynamik zwischen beiden sichtbar zu machen und nicht um einen „Schuldigen“ zu finden. Denn den gibt es in den meisten Paarbeziehungen auch nicht.
Ich frage dann häufig:
Wie sicher fühlt sich dein Partner eigentlich dabei, dir die Wahrheit zu sagen?
Und damit meine ich keine theoretische Antwort. Sondern eine ehrliche.
Wie reagierst du, wenn dein Partner offen ausspricht, was er wirklich möchte?
Wenn er sagt, dass er lieber Zeit mit Freunden verbringen möchte?
Oder dass er etwas anders sieht als du?
Natürlich sagen viele zunächst: “Damit hätte ich überhaupt kein Problem.” Aber wenn wir ganz ehrlich hinschauen:
War das in der Vergangenheit wirklich immer so?
Wie oft wurde kritisiert?
Wie oft wurde diskutiert?
Wie oft entstand das Gefühl:
“Das hätte ich lieber gar nicht erst gesagt.”
Veränderung braucht Sicherheit
Damit ein Mensch lernen kann, dass Wahrheit sicherer sein darf als Lügen, braucht es neue Erfahrungen. Es braucht einen Raum, in dem Ehrlichkeit nicht automatisch zu Angriff, Kritik oder Ablehnung führt. Und in dem auch Lügen nicht länger bestraft werden.
Das bedeutet auf keinen Fall, dass alles akzeptiert werden muss. Es bedeutet auch nicht, dass Grenzen verschwinden und einer ständig nachgeben soll.
Aber es ist notwendig gemeinsam zu schauen:
Wie können wir beide dazu beitragen, dass Ehrlichkeit wieder sicher werden darf?
Denn etwas zu verstehen bedeutet nicht, dass wir Verhalten gutheißen oder einfach hinnehmen müssen.
Verständnis braucht es, um dort ansetzen zu können, wo echte Veränderung überhaupt erst möglich gemacht wird.
Jede Beziehung ist anders. Deshalb gibt es auf diese Frage auch keine Lösunng, die für alle passt.
Wenn du das Gefühl hast, dass euch dieses Thema schon länger begleitet und du verstehen möchtest, was hinter eurer Dynamik steckt, dann erzähl mir gern davon.
In einem unverbindlichen Kennenlerngespräch schauen wir gemeinsam, ob ich dich dabei begleiten kann.
Das ist tatsächlich eine der Fragen, die mir in den vergangenen Jahren in der Paarberatung und auch im Einzelcoaching immer wieder gestellt wurde.
Und obwohl die Frage meistens auf den Partner bezogen ist, begegnet mir dieses Muster eigentlich in allen zwischenmenschlichen Beziehungen.
Wir erwarten von unserem Gegenüber Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit. Für uns ist es selbstverständlich, dass Menschen offen sagen sollten, was sie denken, fühlen oder brauchen.
Und genau deshalb verletzen (auch kleinere) Lügen so sehr.
Bevor jetzt aber direkt der Gedanke kommt:
“Ja, aber wenn die Lüge irgendwann herauskommt, ist das doch viel schlimmer.”
Ja. Absolut.
Das Problem ist nur, dass es für viele Menschen schlimmer war oder ist die Wahrheit zu sagen als mit den Konsequenzen einer Lüge zu leben, weil Ehrlichkeit sich für viele Menschen nie sicher angefühlt hat.
Viele Menschen haben schon in ihrer Kindheit gelernt, dass Ehrlichkeit unangenehme Konsequenzen haben kann. Vielleicht haben sie sich geöffnet und über etwas gesprochen, das sie verletzt hat. Und ihnen wurde nicht geglaubt. Vielleicht wurde ihr Empfinden abgesprochen.
“Das bildest du dir ein.”
“Das stimmt doch gar nicht.”
Natürlich nicht nur ein Mal sondern regelmäßig immer wieder. Oder sie haben erlebt, dass Bezugspersonen sehr wütend wurden, sobald sie ehrlich waren. Vielleicht gab es Strafen, Rückzug, Streit oder sogar Angst vor einem Beziehungsabbruch. Irgendwann entsteht daraus eine tief eingeübte Schutzstrategie:
Wenn ich ehrlich bin, bin ich nicht sicher.
Doch warum lügen Menschen dann lieber?
Wenn Wahrheit im eigenen Erleben mit Ärger, Ablehnung oder Konflikten verbunden ist, wirkt eine Lüge oft wie der einfachere Weg. Nehmen wir ein Beispiel. Jemand möchte sich eigentlich lieber mit Freunden treffen. Stattdessen sagt er: “Ich muss länger arbeiten.” Im ersten Moment fühlt sich die Wahrheit gefährlicher an als die Lüge.
Im Unterbewusstsein bedeutet Ehrlichkeit möglicherweise:
- Es gibt Streit.
- Mein Partner ist enttäuscht.
- Ich werde kritisiert.
- Ich werde abgelehnt.
Dann erscheint die Lüge kurzfristig sicherer, weil sie hilft den Konflikt zu vermeiden. Vorerst zumindest. Für jemanden, der in solchen Mustern aufgewachsen ist und gelernt hat, dass Ehrlichkeit „bestraft“ wird, ist es unglaublich schwer dieses Verhalten zu verändern.
Das bedeutet nicht, dass Lügen in Ordnung sind. Mir ist ganz wichtig:
Ich möchte Lügen nicht schönreden. Und ich möchte auch niemandem sagen, dass man das einfach akzeptieren muss. Lügen verletzen. Und Verständnis bedeutet nicht, Verhalten gutzuheißen.
Aber bevor wir etwas verändern können, müssen wir verstehen, warum ein Mensch überhaupt zu diesem Verhalten greift. Denn in den meisten Fällen lügt ein Mensch nicht, um andere zu verletzen. Er versucht in erster Linie, sich selbst zu schützen.
Die Frage, die ich in der Paarberatung stelle
An diesem Punkt richte ich den Blick vorsichtig auf den anderen Partner, um die Dynamik zwischen beiden sichtbar zu machen und nicht um einen „Schuldigen“ zu finden. Denn den gibt es in den meisten Paarbeziehungen auch nicht.
Ich frage dann häufig:
Wie sicher fühlt sich dein Partner eigentlich dabei, dir die Wahrheit zu sagen?
Und damit meine ich keine theoretische Antwort. Sondern eine ehrliche.
Wie reagierst du, wenn dein Partner offen ausspricht, was er wirklich möchte?
Wenn er sagt, dass er lieber Zeit mit Freunden verbringen möchte?
Oder dass er etwas anders sieht als du?
Natürlich sagen viele zunächst: “Damit hätte ich überhaupt kein Problem.” Aber wenn wir ganz ehrlich hinschauen:
War das in der Vergangenheit wirklich immer so?
Wie oft wurde kritisiert?
Wie oft wurde diskutiert?
Wie oft entstand das Gefühl:
“Das hätte ich lieber gar nicht erst gesagt.”
Veränderung braucht Sicherheit
Damit ein Mensch lernen kann, dass Wahrheit sicherer sein darf als Lügen, braucht es neue Erfahrungen. Es braucht einen Raum, in dem Ehrlichkeit nicht automatisch zu Angriff, Kritik oder Ablehnung führt. Und in dem auch Lügen nicht länger bestraft werden.
Das bedeutet auf keinen Fall, dass alles akzeptiert werden muss. Es bedeutet auch nicht, dass Grenzen verschwinden und einer ständig nachgeben soll.
Aber es ist notwendig gemeinsam zu schauen:
Wie können wir beide dazu beitragen, dass Ehrlichkeit wieder sicher werden darf?
Denn etwas zu verstehen bedeutet nicht, dass wir Verhalten gutheißen oder einfach hinnehmen müssen.
Verständnis braucht es, um dort ansetzen zu können, wo echte Veränderung überhaupt erst möglich gemacht wird.
Jede Beziehung ist anders. Deshalb gibt es auf diese Frage auch keine Lösunng, die für alle passt.
Wenn du das Gefühl hast, dass euch dieses Thema schon länger begleitet und du verstehen möchtest, was hinter eurer Dynamik steckt, dann erzähl mir gern davon.
In einem unverbindlichen Kennenlerngespräch schauen wir gemeinsam, ob ich dich dabei begleiten kann.