Wer ich bin
Wer ich bin
Ich wollte schon immer verstehen, warum Menschen tun, was sie tun.
Warum jemand andere verletzt, obwohl er wissen müsste, was sein Verhalten auslöst. Warum es manchen Menschen so schwerfällt, Gefühle zu zeigen oder überhaupt auszuhalten. Und warum wir Dinge tun, von denen wir selbst wissen, dass sie uns oder anderen nicht gut tun.
Und natürlich frage ich mich genauso, was ich Dinge tue, wie ich sie tue.
Ich finde es unglaublich spannend herauszufinden, was hinter einem Verhalten steckt und wie ein Mensch zu dem geworden ist, der er heute ist.
Nur hört es für mich beim Verstehen nicht auf.
Denn was mache ich damit, wenn ich verstanden habe, warum jemand so handelt – und es mich trotzdem verletzt, nervt oder wahnsinnig macht?
Ich kann den anderen nicht einfach verändern. Ich möchte aber auch nicht jede Beziehung sofort infrage stellen, sobald mich etwas stört.
Mich interessiert genau das, was dazwischen liegt.
Welche Möglichkeiten habe ich? Womit kann ich leben und womit nicht? Wo ist meine Grenze? Und was kann ich selbst tun, wenn der andere genauso bleibt?
Genau diese Fragen begleiten mich eigentlich schon mein ganzes Leben.
Woher das bei mir kommt...
Ich glaube, dass mein Wunsch, Menschen zu verstehen, ziemlich viel mit meiner eigenen Geschichte zu tun hat.
Schon als Kind habe ich erlebt, wie es sich anfühlt, nicht dazuzugehören. Ich wurde ausgegrenztund gemobbt und habe Dinge erlebt, die ein Kindnicht erleben sollte. Dazu gehört auch sexueller Missbrauch.
Lange war meine Erklärung für vieles davon ziemlich simpel:
Mit mir stimmt irgendwas nicht.
Ich dachte, ich wäre einfach anders. Zuempfindlich, irgendwie komisch oder eben jemand, der nicht so richtig dazugehört.
Auf den Fotos aus dieser Zeit sieht man davon erst mal gar nicht so viel. Man sieht nicht, wie unsicher ich eigentlich war und wie sehr ich mich ständig mit anderen verglichen habe.
Warum werden andere viel mehr gemocht als ich? Warum haben andere eine tolle Beziehung und ich nicht? Warum sind andere schöner, erfolgreicher oder irgendwie einfach besser als ich?
Wenn ich diese Fotos heute anschaue, sehe ich sie ganz anders.
Ich seh ein Mädchen und später eine junge Frau, die wahnsinnig viel damit beschäftigt war, den anderen irgendwie ein bisschen mehr zu gefallen.
Dieses Gefühl hat auch beeifnlusst, wie ich mit mir selbst umgegangen bin. Ich habe mich enorm angepasst und unglaublich viel mit mir machen lassen.
Das Verrückte daran ist: Damals habe ich das überhaupt nicht so gesehen.
Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich meine eigenen Grenzen überschreite. Ich hatte für mich selbst kaum welche.
Für mich war es völlig normal, froh zu sein, wenn jemand mich überhaupt „mochte“ und bei mir blieb. Also habe ich Dinge akzeptiert und selbst Dinge getan, von denen ich heute weiß, dass ich sie eigentlich überhaupt nicht wollte.
Ich blieb bei Menschen, die mich schlecht behandelten, ließ mich belügen oder ausnutzen und ging selbst immer wieder weit über meine eigenen Grenzen, weil mir damals gar nicht klar war, dass ich welche haben dufte.
Meine „Grenzenlosigkeit“ war für mich lange sogar etwas, auf das ich stolz war.
Irgendwann habe ich mich nach einer Situation, in der ich mich wieder einmal klein, wertlos und benutzt gefühlt habe, zum ersten Mal ernsthaft gefragt: „Warum lasse ich diese Scheiße eigentlich immer wieder mit mir machen?“
Heute fühlt sich das ganz anders an...
Nach diesem Abend habe ich erst mal ziemlich viel aus meinem Leben gestrichen. Ich habe aufgehört zu trrinken und zu daten, angefangen meine Gedanken zu sortieren und mich zum ersten Mal wirklich damit beschäftigt, was da eigentlich in mir passiert.
Vor allem habe ich mir irgendwann ganz klare Standards gesetzt. Dafür, wie ich mit mir selbst umgehen möchte und wie ich von anderen behandelt werden möchte.
Ich habe angefangen herauszufinden, was mir eigentlich guttut und was ich für mein Leben will. Unabhängig davon, ob andere das gut finden oder deshalb Teil meines Lebens bleiben.
Das bedeutet übrigens nicht, dass ich jede Grenzüberschreitung sofort erkenne und souverän auf den Tisch haue. Oft merke ich erst mal nur, dass sich irgendwas komisch anfühlt. Dann brauche ich Abstand, denke darüber nach und kann inzwischen ziemlich gut für mich sortieren, was genau mich da eigentlich gestört hat.
Und dann entscheide ich, was ich damit machen möchte.
Es gibt Menschen, bei denen ich Dinge anspreche. Und es gibt Menschen in meinem Leben, bei denen ich längst weiß, dass sie meine Wahrnehmung nicht verstehen oder mir sogar ausreden wollen. Auch einige davon sind heute noch Teil meines Lebens.
Ich gehe nur anders mit ihnen um.
Ich bin wengier verfügbar, teile weniger von mir oder lasse etwas auch einfach bei der anderen Person, wenn ich weiß, dass ich es dort sowieso nicht klären kann.
Ich weiß heute auch, dass ich jemanden lieben und gleichzeitig wahnsinnig genervt von ihm sein kann. Dass ich jemanden in meinem Leben haben und ihn heute nicht sehen wollen kann.
Und ich weiß, das andere Menschen genauso Dinge an mir nerven, die sie nicht verändern können.
Das hat mir ziemlich viel Druck genommen.
Ich muss andere Menschen nicht mehr unbedingt verändern, denn ich darf einfach entscheiden, wie ich mit ihrem Verhalten umgehen möchte.
Wenn ich die Fotos von damals und heute anschaue, sehe ich für mich einen riesigen Unterschied.
Ich sehe heute ein echtes Lachen. Ich sehe eine Frau, die stolz auf sich ist und sich in ihrem eigenen Leben ziemlich wohl fühlt.
Und natürlich sehe ich auch eine Sarah, die traurig, unsicher, gelangweilt oder richtig angepisst sein kann. Der Unterschied ist, dass ich deshalb nicht jedes Mal wieder in Selbstzweifeln zu ertrinken drohe.
Ich weiß heute, dass diese Gefühle wieder vorbei gehen und dass ich mit mir selbst ziemlich gut durch sie durchkomme.
Warum ich heute so arbeite, wie ich arbeite...
Wenn du mit einem Problem zu mir kommst, interessiert mich erst einmal was da eigentlich genau passiert. Was stresst dich daran so sehr? Welche Bedeutung gibst du dem Verhalten des anderen und was ist zwischen euch bisher passiert?
Dabei arbeite ich viel mit möglichen Erklärungen. Eine Idee bleibt für mich aber erst einmal genau das: eine Idee. Ich weiß nicht nach zehn Minuten, warum dein Partner etwas tut, und ich werde auch nicht so tun, als wüsste ich es.
Ich möchte mit dir unterschiedliche Perspektiven ausprobieren und genauso auf deinen eigenen Anteil schauen. Selbstreflexion bedeutet für mich allerdings nicht, am Ende den Fehler bei dir zu suchen oder das Verhalten eines anderen zu entschuldigen.
Und ja, dabei kann auch etwas rauskommen, das du gerade nicht besonders gerne hören möchtest.
Was ich dir nicht abnehmen werde, ist die Entscheidung darüber, wie du mit deiner Situation umgehen möchtest.
Ich kann mit dir hinschauen, Fragen stellen und dir andere Blickwinkel zeigen. Was davon zu dir und deinem Leben passt, entscheidest am Ende du.
Und wenn ich gerade nicht im Herzraum sitze...
…bin ich meistens irgendwie zwischen Kaffee, Familie, Häkelzeug und einer Serie zu finden.
Ich bin verheiratet, Mama von zwei Kindern und wir leben zusammen mit unserem Kater Herr Maus in München.
Ich liebe langsame Tage, Spaziergänge im Wald und kann in Buchhandlungen komplett die Zeit vergessen. Genauso gerne stöbere ich allerdings durch irgendwelche Ramschläden und gucke mir Dinge an, die ich überhaupt nicht brauche.
Ich häkle wahnsinnig gerne, male, knüpfe Armbänder oder bin mit Ton gern kreativ – das dazugehörige Zeugs aber wieder aufzuräumen, gehört ausdrücklich nicht zu meinen Hobbys.
Überhaupt lasse ich gern mal Sachen stehen. Besonders halbvolle Kaffeetassen. Was mich selbstverändlich nicht davon abhält, mich darüber aufzuregen, wenn jemand anderes etwas herumstehen lässt. Mein Mann kann ein Lied davon singen.
Ich liebe Deep Talks, Kaffee, Disney, 90er und 2000er, Schlager und alte amerikanische Country Music. Ich trinke keinen Alkohol mehr und feiere trotzdem wahnsinnig gerne.
Laut meinem Mann und meiner Schwester habe ich mit meinen Gedanken und Einschätzungen erschreckend oft recht. Dass ich das selbst auch weiß, macht es für beide nicht unbedingt besser.
So. Jetzt weisst du ziemlich viel über mich...
Wenn du noch wissen möchtest, wie ich arbeite oder was ich fachlich mitbringe, kannst du hier noch ein bisschen weiter stöbern.
Und wenn du längst denkst: Okay Sarah, genug gelesen. Lass uns reden.
Dann buch dir einfach ein kostenfreies Kennenlernen und erzähl mir, was dich gerade beschäftigt.